Susanne Schröder und Thomas Seul: And the award goes to …

Thomas Seul: Heute wollen wir mit Ralf Dürrwächter einen Mann im VDWF feiern, dessen Medium die Sprache ist, der Austausch zwischen Menschen, das Miteinander der Gedanken, das Netzwerken in der Gemeinschaft. Einen Akteur also, der die Kommunikation so präzise und kreativ beherrscht wie andere ihre Fräs- oder Erodiermaschinen. Das ist sein großes Talent. Dabei muss einem jedoch immer bewusst sein: Kommunikation als solche ist nicht trivial und geht auch mal schief – und dann steht das Missverständnis im Raum – der Worst Case in der Kommunikation.

Susanne Schröder: Zu guter Kommunikation gehört aber auch immer die Betrachtung, wie Informationen und Aussagen beim Empfänger ankommen. Umso wichtiger ist es für die erfolgreiche aktive Kommunikation, dass dahinter Persönlichkeiten stehen, die mit Herzblut und Leidenschaft dabei sind. Und Ralf Dürrwächter ist so jemand, von dem immer wieder Initialzündungen ausgehen, der die Leute einfach mitreißt.

Seul: Wenn man im Verband unterwegs ist, gibt es interne Kommunikation, in den Verband hinein, und externe Kommunikation, aus dem Verband heraus. Gerade in Zeiten der Pandemie ist es eine große Herausforderung, Kommunikation überhaupt aufrechtzuerhalten. Deswegen können wir als VDWF dankbar sein, dass wir jemanden haben, der die Klaviatur der Kommunikation perfekt beherrscht, der das Kommunizieren im Blut hat. Das kann man nicht erlernen!

Schröder: Verbandskommunikation für Fortgeschrittene ist das, was Ralf Dürrwächter beim VDWF betreibt. Er findet je nach Anlass immer die richtigen Worte, sei es eine förmliche Anrede, ein ausgelassen-fröhliches «Yabba Dabba Doo» oder eigene kreative Wortschöpfungen. Denn je nach Situation muss ein guter Kommunikator den «Bundespräsidenten» auspacken können – oder eben «Fred Feuerstein».

Seul: Und mehr noch: Er verknüpft die Akteure der Branche untereinander – egal ob Verbandsmitglied oder nicht. Er ist ein Kommunikations-Parshipper und hat eine diebische Freude daran, wenn seine Kommunikationskanäle funktionieren. Er weiß immer, wer sich mit wem worüber mal unterhalten sollte. Er erkennt die Interessenlage seines Gegenübers intuitiv, hat eine Antenne für Kommunikationsbarrieren und weiß sie zu überwinden.

Schröder: Und das tut er besonders gerne als Netzwerker bei Verbandstreffen und -reisen. Als im vergangenen Jahr die üblichen Arbeitskreise, Messen, Mitgliederversammlungen, Grillfeste etc. nicht stattfinden konnten, hat er sich in Windeseile auf neue digitale Formate gestürzt. Die Anzahl und Schlagzahl – schwindelerregend! Souverän moderierte er von ihm initiierte Arbeitstreffen zwischen Verkäufern sowie Herstellern von «Corona-Schutzprodukten» oder VDWF-Themenabende vor großem Publikum – und hat dabei Nerven wie Drahtseile, wenn die Einspieler-Videos bei Online-Meetings haken oder sonstige technische Pannen passieren. Er hat Showmaster-Qualitäten, die vergleichbar sind mit denen von Helene Fischer. Doch «unser Mann» zielt dabei nie auf Selbstdarstellung ab. Eher ganz in die andere Richtung: Die Königsdisziplin für einen Kommunikator wie Ralf Dürrwächter ist, wenn er mit seinen Taten und Worten etwas auslöst, die Menschen bewegt. Dann ist die Wertschätzung für den eigenen Einsatz nicht ein Applaus, sondern der Input der eigenen Community. Und gerade in der Corona-Pandemie hat sich dieser Input gezeigt, als sich die Mitglieder des VDWF gegenseitig stützten in schwierigen Zeiten, als sie Videos drehten, füreinander kochten, Länderspecials organisierten und untereinander Pakete verschickten. Alles nur, weil da ein Mann war als Bindeglied zwischen allen und allem. Der nach dem Motto «Alles kann, nix muss» handelt und dem schließlich doch keiner einen Wunsch abschlagen kann.

Seul: Stimmt. Manchmal verfolgt Ralf Dürrwächter seine Ziele mit so viel Verve, dass es den einen oder anderen schon überfordern kann. Er kann fordernd sein, und er ist auch mal ungeduldig. Er ist gnadenlos offen, ehrlich und eben 100 Prozent authentisch!

Schröder: Wer kann schon als Verbands-Chef ein Mitglied anrufen, das für einen halben Tag die Produktion stoppt, damit ein Spaß-Video für den VDWF gedreht wird? Oder wer kann einem Mitglied 1800 Bierfässer mit der Bitte um Versand schicken, weil dieses Mitglied genügend Freiwillige findet, die gerne nach Feierabend für den Verband Kisten packen? Und letztlich: Wer hat eine Liste von hochdotierten Gastrednern, die aus Sympathie ohne Gage auftreten und sich – weil sie in einer anderen Zeitzone wohnen – auch mal auf 3 Uhr nachts den Wecker stellen, um an einem VDWF-Event teilzunehmen?

Seul: Eine besondere Freude war es daher, dass es uns gelungen ist, unseren «Verbandskommunikator des Jahres» im Vorfeld der mediaV-Awards von jeglicher Kommunikation auszuschließen. Diese Preisverleihung war eine absolute Glanzleistung in Nicht-Kommunikation! Diese Überraschung war uns wichtig, denn sie soll unsere Wertschätzung ausdrücken: Wir alle im Verband und im Verbandsumfeld freuen uns riesig für Ralf Dürrwächter. Er ist ein Aushängeschild für den VDWF und wir sind stolz, dass wir ihn haben.

Schröder: Ralf Dürrwächter hat seinen Verband weiterentwickelt – zu einem Verband mit Suchtfaktor gemacht: man kann einfach nicht abschalten!


Es grüßen
Susanne Schröder und Thomas Seul

zurück zum Magazin