Matthias Heider: Industrieforschung ist die Investition in die Zukunft unseres Landes

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft pendelt im dritten Jahr um den Nullpunkt. Die neue Bundesregierung und die Verbände der deutschen Wirtschaft sprechen davon, den «Ernst der Lage» erkannt zu haben. Auch auf dem Investitionsgipfel des Bundeskanzlers mit Unternehmensvertretern wurde deutlich: Unser wertvollster Rohstoff liegt nicht im Boden, sondern in den Köpfen. Innovationen sind in einer Zeit, in der geopolitische Krisen und Ressourcenknappheit die deutsche Wirtschaft existenziell beeinflussen, das Fundament von «Made in Germany» – dem Gütesiegel für Präzision und technologische Spitzenleistung eines Exportweltmeisters.

Die angewandte Industrieforschung, die seit über sieben Jahrzehnten unter dem Dach der Forschungsvereinigungen der AIF in Kooperation von Wissenschaft und Unternehmen realisiert wird, liefert seit Langem die Ideen und «Trainingseinheiten» für den Wettbewerb. Die Entwürfe der Bundeshaushalte 2025 und 2026 sind tatsächlich wieder von mehr Innovationsförderung geprägt. Dank der wirtschaftlichen Initiative und der politischen Forschungsförderung wird die Geschwindigkeit zur praxistauglichen Umsetzung von Forschungsergebnissen jetzt wieder mehr forciert. Insbesondere der Werkzeug- und Formenbau ist hier ein branchenübergreifender Taktgeber. Die breit anwendbaren Forschungsergebnisse fließen in den Maschinen- und Fahrzeugbau, in die Bau-, Chemie- und Lebensmittelindustrie. Über die Entwicklung neuer Technologien hinaus spielt die Materialforschung in diesem Bereich eine herausragende Rolle. Vor allem diese Forschungsergebnisse können in zahlreichen anderen Wirtschaftsbereichen zusätzlich genutzt werden.

Diese Art der vorwettbewerblichen, gemeinschaftlichen Forschung ist europaweit einmalig. AIF-Mitglieder koordinieren die Forschungsaktivitäten von mittelständischen und Industrieunternehmen aller Branchen. Dem Rückgrat der deutschen Wirtschaft, dem Mittelstand, stehen dafür Forschungsförderprogramme wie die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), die sogenannte steuerliche Forschungszulage oder die Förderung der Innovationskompetenz mit gemeinnützigen Industrieforschungseinrichtungen (INNO-KOM) zur Verfügung. Sie haben sich vor allem in Krisenzeiten immer wieder als nachhaltige «Werkzeuge» der Wettbewerbs- und der Weltmarktfähigkeit deutscher Unternehmen erwiesen. Die AIF setzt sich für eine gute Mittelausstattung und bürokratiearme Umsetzungsmöglichkeiten der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Programme ein. Als Dachverband, der mit seinen zahlreichen Mitgliedern, die mehrere Zehntausend Unternehmen nahezu aller Branchen und 1200 Forschungseinrichtungen verbinden, ist die AIF eine zentrale Brücke zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Die Allianz und ihre Mitglieder, darunter die FDWF sowie Werkzeuge und Werkstoffe (FGW), die Europäische Forschungsgesellschaft für Blechverarbeitung (EFB), die Forschungsvereinigung Stahlanwendung (Fosta) und viele mehr, fordern, die angewandte Industrieforschung künftig noch weiter zu steigern: Eine Milliarde Euro ist das Ziel. Konkret heißt das: 600 Millionen Euro für das ZIM, 300 Millionen für die IGF und 100 Millionen Euro für Inno-Kom.

Wir sind nicht nur überzeugt davon, wir erleben es täglich: Angewandte Wissenschaft schafft die Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum. Lassen Sie uns gemeinsam die Kompetenzen nutzen, um Deutschland als führenden Industriestandort zu erhalten. Innovation ist kein Zufall, sondern das Ergebnis gezielter Anstrengungen und mutiger Entscheidungen. Jeder Beitrag zählt – sei es durch Investitionen oder die Förderung von Nachwuchskräften. Nur so können wir die Zukunft gestalten und die Werte von «Made in Germany» an nächste Generationen weitergeben.


Es grüßt
Matthias Heider

zurück zum Magazin