Firmenportrait: Veith – Hochpräzise Sonderteile made in Öhringen
Seit 75 Jahren fertigt das Unternehmen Alfred Konrad Veith in Öhringen im Landkreis Hohenlohe und hat sich im Laufe der Jahre als zuverlässiger Partner etabliert. Alfred Konrad Veith war Ende des 19. Jahrhunderts der Erfinder des Centerless-Schleifens. Die Firma war deswegen zu Beginn auf den Bau eigener Schleifmaschinen und die Herstellung von Kundenteilen spezialisiert. Mittlerweile sieht die Produktion bei Veith anders aus: Der Bau von Maschinen steht seit Langem nicht mehr auf dem Arbeitsplan, einen Teil der eigengebauten Maschinen findet man allerdings immer noch in den modernen Fertigungshallen.
200 Mitarbeitende – davon gut zwei Drittel in der Produktion – arbeiten bei Veith. «Wir sind ein traditionelles inhabergeführtes Familienunternehmen, das von meinem Bruder und mir in vierter Generation geführt wird», erklärt Bärbel Kapfer, die seit 2012 im Unternehmen tätig ist. Der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitenden wird hier schon immer großgeschrieben. Vierzigjährige Arbeitsjubiläen sind keine Seltenheit, die Ausbildung spielt im gewerblichen als auch im kaufmännischen Bereich eine große Rolle. «Wir haben viele spezielle Maschinen. Mitarbeitende hierfür zu finden, ist eine große Herausforderung. Daher legen wir viel Wert darauf, unsere Fachkräfte selbst auszubilden», führt Mit-Geschäftsführer Hannes Pfledderer aus.
Schleifen als Herzstück der Produktion
Die Produktion zeichnet sich durch einen vielseitigen Maschinenpark aus. Neben den Centerless-Schleifmaschinen, die mittlerweile CNC-gesteuert und automatisiert laufen, ist eine stattliche Anzahl an 5-Achs-Schleifmaschinen, Flach- und Profilschleifmaschinen, Rundschleifmaschinen vorhanden, auch zum Koordinatenschleifen. Aber auch modernste Drehmaschinen und Langdrehautomaten stehen in großer Stückzahl in den Produktionshallen. Zur Herstellung von Normalien mit gestauchtem Kopf stehen mehrere Warmumformautomaten zur Verfügung. Insgesamt werden über 100 Maschinen per Fertigungsplanungssystem geplant, sodass eine optimale Auslastung gewährleistet ist.
Hochpräzise Sonderteile
Standardprodukte in hohen Stückzahlen sucht man bei Veith jedoch nahezu vergebens. Mit einer großen Produkt- und Produktionsvielfalt werden stattdessen präzise Sonderteile für den Werkzeug- und Formenbau ab Stückzahl eins produziert. Komplexe und anspruchsvolle Geometrien und Toleranzen werden mit Leidenschaft und Know-how gefertigt. Ein Produkt wird allerdings doch in großer Auflage produziert: Im Durchmesserbereich von 0,1 bis 50 mm und mit einer Genauigkeit von ±1 bzw. ±2 µm verlassen pro Jahr etwa 300 000 Prüfstifte die Produktion bei Veith.
Werkzeugbau und Stanzerei im Hause
Vor über 30 Jahren wurde ergänzend zum Normalien- und Sonderteileprogramm ein hauseigener Werkzeugbau für Stanzwerkzeuge und eine Stanzerei mit vier Pressen mit bis zu 300 t Presskraft aufgebaut. Dies bietet Veith die Möglichkeit, neue Materialien, Beschichtungen oder auch Fertigungsverfahren der Aktivelemente zu erproben. «Wir können dadurch gemeinsam mit unseren Kunden Problemstellungen angehen und eine einzigartige Beratungsleistung anbieten. Dank unserer jahrzehntelangen Erfahrung wissen wir, auf welche Details es ankommt», so Zeljko Zinic, Prokurist und Vertriebsleiter. Bis zu zehn Werkzeuge werden im Schnitt pro Jahr gebaut – teilweise nach eigener Konstruktion, aber auch komplett nach Kundenzeichnung.
Eladur: ein Polyurethan-Elastomer
Neben der Metallverarbeitung findet man bei Veith auch Eladur, ein Polyurethan-Elastomer, das in verschiedenen Shore-Härten angeboten wird. Neben Voll- oder Hohlstäben als Normteile stellt Veith außerdem mechanisch bearbeitete Sonderteile her, die in den unterschiedlichsten Branchen Anwendung finden: vom Abfüllstutzen zur Wurstproduktion über Pufferelemente im Maschinenbau bis hin zum Einsatz in medizinischen Fußprothesen.
Abgerundet wird das Produktspektrum durch Handelsprodukte wie Gas- und Schraubendruckfedern sowie Führungselemente, um Kunden ein umfassendes Portfolio zu bieten. |
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