Firmenportrait: Gloss & Coating – Kosteneinsparung mittels Oberflächenmanipulation

Gloss & Coating wurde im September 2020 von Dr. Stephan Plassmann in Rinteln, Niedersachsen, als Entwicklungsunternehmen gegründet. Dr. Plassmann ist gleichzeitig Inhaber von Hotec in Herford in Nordrhein-Westfalen mit 
60 Mitarbeitern und Hotec Polerteknik in Rudkøbing in Dänemark mit 15 Mit­arbeitern. Ähnlich wie bei den beiden anderen Unternehmen verfolgt man auch bei Gloss & Coating das Ziel, zum einen das Verständnis von Wechselwirkungen zwischen Kunststoff und Stahl­oberfläche in Spritzgussprozessen zu vertiefen und zum anderen hier auch automatische Lösungen für die steigenden Anforderungen in der Oberflächenveredelung zu realisieren.


Kunststoffoberflächen im Nanobereich modifizieren

Gloss & Coating hat mit der Unterstützung von Entwicklungspartnern aus der Automobilindustrie eine Technologie entwickelt, mit der Werkzeugoberflächen im Sub-Mikrometerbereich verändert werden können. Grundlage hierfür sind verschiedene Bausteine, die die «Oberflächen-DNA» transformieren. Prozessrelevante Eigenschaften wie die Neigung zur Bildung von Ablagerungen oder Entformungskräfte – und damit auch Optik und Haptik der Teile sowie die Zykluszeiten – können angepasst werden. Durch Manipulationen im Nanobereich lassen sich mit dem Verfahren selbst bereits in der Produktion befindliche Werkzeuge überarbeiten. Gloss & Coating bietet damit eine Lösung, Kostentreiber in der Produktion zu reduzieren, ohne dabei maßgeblichen Einfluss auf den Kunststoff­artikel zu nehmen.

Die Nanostrukturierung hat zwar das Potenzial, Beschichtungen als Alternative zur Lösung von Entformungs- und Ablagerungsproblemen abzulösen, kann jedoch nicht als Barriere gegen Korrosion eingesetzt werden. Auch für die Entformung sehr anspruchsvoller Materialien wie z. B. TPE reicht die Nanostrukturierungsmethode in den meisten Fällen nicht aus. Wegen der hochaggressiven Flammschutzadditive für viele Kunststoffteile im wachsenden Bereich der Elektromobilität und des zunehmenden Einsatzes aggressiverer Kunststoffe wie COC oder COP in Spritzgussanwendungen der Medizintechnik treten hier jedoch vermehrt Probleme mit Korrosionsbildung in Konturen und Werkzeugtrennbereichen auf.

Als Antwort auf dieses Dilemma hat das siebenköpfige Team von Gloss & Coating die Beschichtung «Duomorph» mit hervorragenden Korrosionsschutzeigenschaften und einer Schichtdicke von nur 0,1 μm entwickelt. Anwendungen in der Praxis bestätigten schnell die Wirksamkeit und die Kombinationsmöglichkeit des Verfahrens: Für eine medizinische Anwendung produziert ein Kunde sehr dünne Matten aus TPE – dabei ergab sich eine äußerst schwierige Entformungs­situation. Weil das Material sehr stark an der Oberfläche haftete, war keine Produktion möglich – die Auswerferstifte drückten sich durch die Matte und zerstörten diese. Mehrere Beschichtungen wurden getestet – ohne Erfolg. Nach dem Aufbringen einer Nanostruk­turie­rung und der Duomorph von Gloss & Coating auf die erodierstrukturierte Oberfläche konnte der Kunde jedoch problemlos produzieren. Das Duomorph-Beschichtungssubstrat verfügt zusätzlich über eine FDA- und eine USP-Class-VI-Zerti­fizierung für Reinraumanwendungen.


Mit der automatischen Politur gegen Fachkräftemangel vorbeugen

Das zweite große Standbein von Gloss & Coating ist die automatische Politur, da insbesondere im Bereich der Spritzgusswerkzeugoberflächen der Bedarf an präzise, kostengünstige, schnell und qualitativ hochwertig hergestellte Oberflächenbearbeitungen steigt. Während sich die Fertigung der Bauteile im vergangenen Jahrzehnt stark weiterentwickelte, hat sich das manuelle Polieren in den letzten 50 Jahren grundsätzlich nicht verändert. Zudem nimmt die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal rapide ab. Der von Gloss & Coating entwickelte automatisierte Ansatz hat deshalb das Potenzial, die Anforderungen des zukünftigen Werkzeugpoliersektors zu erfüllen. |

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