Botzian & Kirch – Für Qualität und Effizienz lassen «die Sparschweine» die Sau raus
Die Chuzpe muss man erst einmal haben, seinem neu gegründeten Unternehmen eine Sparschwein-Erscheinung überzustülpen. Die Folge: Botzian & Kirch hat man in der Branche vielleicht schon mal gehört, geht’s aber um «die mit dem Sparschwein», weiß jeder sofort, wer gemeint ist. Die Spezialisten für Oberflächenfinish aus Bergisch Gladbach bieten alles von Antrieben über Cobots und Verbrauchsmittel bis hin zu Lasermarkierungssystemen. Optimale Qualität – und die zum «saustarken» Preis.
«Die Technik ist zu teuer!» Immer wieder hörten Andreas Botzian und Günther Kirch von ihren Anwendern diesen Satz. Die beiden, die als hoch qualifizierte Fachleute im Vertrieb eines Unternehmens für Technik rund ums Oberflächenfinish aktiv waren, wussten, woran es lag. «In der Branche war es üblich, dass die Produkte über einen fachkundigen und entsprechend teuren Außendienst verkauft wurden», erläutert Botzian. «Das macht durchaus Sinn bei erklärungsbedürftigen Produkten, aber nicht bei etablierter, eingeführter Technik und schon gar nicht bei erfahrenen Anwendern – und das gilt für die Mehrzahl der Käufer.»
So reifte bei den beiden der Entschluss, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen und qualifizierte Anwender direkt mit qualitativ hochwertigen Produkten zu versorgen. «Wir legten die Axt an die bestehende Kostenstruktur an und hebelten so überzogene Kostengefüge aus», erklärt Botzian und lacht. Als neuer Direktanbieter für Läpp- und Poliertechnik startete das Unternehmen 1998. Die Einsparungen aus dem wegrationalisierten Außendienst werden seither direkt an die Kunden weitergeben.
Und der Verzicht auf unnötige Kostentreiber ermöglicht wahre «Schweinepreise für hochwertige Technik», so Botzian. «Das erspart den Anwendern viel Geld – tagtäglich», erklärt der Unternehmer. Und dieses Alleinstellungsmerkmal wollten die beiden Firmengründer auch in ihrem Unternehmensauftritt verdeutlichen. «Kernpunkt unserer Philosophie ist: Unsere Anwender sollen bei uns Zeit und Geld sparen», erläutert Botzian den Weg zur unternehmensprägenden Wort-Bild-Marke. «Was könnte das besser versinnbildlichen als ein Sparschwein? Das Sparschwein ist ein Sympathieträger, das den ernsten Hintergrund des Sparens mit einer fröhlichen Leichtigkeit verbindet.»
Anliegen ernst nehmen – trotz Augenzwinkern
Ein auf dem Papier schlüssiges Konzept, aber auch ein sehr ungewöhnliches. Deshalb beschlossen Botzian und Kirch, sich bei erfahrenen Branchenexperten Rat zu holen. «Die sagten unisono: ‹Das ist total bekloppt! Wie kann man bei technischen Produkten ausgerechnet auf ein Schwein setzen? Das geht garantiert schief!›», erinnert sich Botzian mit einem Schmunzeln. «Da wusste ich, dass ich ins Schwarze getroffen hatte.» Hatte er tatsächlich. Denn im übertragenen Sinne entwickelten die Frischlinge im Schweinsgalopp ihr junges Unternehmen zur Nummer zwei am Markt. Das lächelnde gelbe Sparschwein und der Slogan «Die mit dem Sparschwein» verbreiteten sich wie ein Lauffeuer in der Branche. «Schwein gehabt – von ‹Botzian & Kirch› spricht heute keine Sau mehr», sagt der Unternehmensgründer lachend, der den Direktanbieter für Läpp- und Poliertechnik seit dem altersbedingten Ausscheiden von Günther Kirch im Jahr 2012 mit seinem Sohn David als neuem Co-Geschäftsführer leitet.
Nicht nur Botzian fühlt sich offenkundig sehr wohl mit diesem Slogan, auch die übrigen Mitglieder seines Teams haben das gelbe Sparschwein und die dahinterstehende Philosophie verinnerlicht. «Sparschweine sind von Natur aus freundlich und hilfsbereit», erklärt Botzian. «Jeder aus meiner ‹Schweinebande› legt seinen größten Ehrgeiz darein, unsere Anwender bestmöglich zu unterstützen.»
Sparen muss Spaß machen – die interne wie externe Kommunikation läuft bei Botzian & Kirch oft rund um das gelbe Sparschwein. «Jeder Anwender, der bei uns erstmals Kunde wird, bekommt ein Sparschwein und damit auch einen Platz, an dem sich das Ersparte visualisiert», erklärt Botzian. «Auf Wunsch auch unsere neueste Züchtung: das Schnellsparschwein. Es verfügt über zwei Sparschlitze – damit man noch schneller und effektiver sparen kann.» Welches Schweinderl hätten S’ denn gern?
Gerade weil hier sehr viel mit einem Augenzwinkern geschieht und alle im Unternehmen gern lachen, ist es für Botzian und sein Team wichtig, den Kern der Sache sehr ernst zu nehmen. «Die Einsparung des Außendiensts geht keineswegs auf Kosten derjenigen, die noch Information brauchen», erklärt Botzian. Unsere Fachleute packen unser Anwenderwissen weitestmöglich in unseren Katalog – hier gibt es neben ausführlichen Erläuterungen zum Artikel und den transparenten kompletten Preisen auch Erklärungen, Hilfestellungen, Tipps und Tricks.»
Nicht zuletzt deshalb ist der aktuelle 388 Seiten starke Katalog gerade auch in seiner Offline-Version sehr begehrt – als praktisches Nachschlagewerk am Arbeitsplatz. Er enthält in Sachen Produkte so ziemlich alles, was Anwender zum Schleifen, Läppen, Polieren und Schweißen brauchen. Antriebe mit Ultraschall, leistungsstarke Mikromotoren, Motoren mit biegsamen Wellen und ein umfangreiches Programm an Druckluftgeräten sind hier ebenso zu finden wie Diamantpaste, Polierfilze, Beschichtungsgeräte oder Lasermarker.
Alles rund ums Oberflächenfinish
Auch in der Produktbenennung ziehen sich «schweinische Gedanken» durchs Programm, wie es Botzian formuliert: So heißen etwa die Reparaturschweißgeräte «piggyWelder», das Ultraschallpoliersystem läuft unter dem Begriff «piggySonic», und der neu ins Programm aufgenommene Lasermarker mit Cobot läuft ebenso unter dem «piggy»-Label. All das kommt bei Bedarf dank einer schlanken Organisation mit softwaregestützten Abläufen und dank hoch motivierter Mitarbeiter sehr schnell zum Anwender. Zu den Produkten gibt es aber auch viel praxisrelevantes, verständlich aufbereitetes Know-how, das den Anwender in seiner täglichen Arbeit unterstützen kann und jederzeit zur Verfügung steht. «Auf unserer Website finden Interessierte mehr als 80 Videos – zu Themen, die bei der Funktionsweise einzelner Antriebe beginnen über Praxistipps zur Auswahl der richtigen Werkzeuge bis hin zum Reparaturschweißen einer Form», sagt Botzian. Und wer darüber hinaus Informationen benötigt, ruft einfach an – «unsere Ansprechpartner finden mit viel persönlichem Ehrgeiz in bester Trüffelschwein-Manier die optimale Lösung für jeden Anwendungsfall.»
Ergänzend bieten die Oberflächenfinish-Experten eine gut sortierte Auswahl an Seminaren rund ums Polieren, Läppen und Finishen und unterstützen Anwender damit sehr effektiv mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen. Die Seminare finden regelmäßig in den Räumen des Unternehmens in Bergisch Gladbach statt. Darüber hinaus veranstalten die Spezialisten jährlich jeweils einen Termin in Roggenburg, Hof, Würzburg und Villingen-Schwenningen. Alternativ kommen die «Sparschweine» sogar ins Unternehmen der Anwender und bieten auch Video-Fernkurse an – etwa zu den Themen «Schweißen und Nachpolieren» oder «Moderne Wege zur Hochglanzpolitur». Damit haben Anwender über viele verschiedene Kanäle Zugriff auf das Expertenwissen von Botzian & Kirch.
Spürbarer Mehrwert für den Anwender
Die Anwenderorientierung der Sparschweine ist ein wichtiger Faktor. «Bei uns muss niemand die Katze im Sack kaufen», versichert der Sparschwein-Chef. «Wer möchte, bekommt von uns ein Gerät acht Tage zur Verfügung gestellt und kann es ausgiebig testen – in seiner eigenen Arbeitsumgebung und mit seinen eigenen Werkstücken. Wir unterstützen telefonisch und helfen bei aufkommenden Fragen sofort weiter. Und wenn das Gerät innerhalb der Frist nicht gefällt, akzeptieren wir das und nehmen es anstandslos zurück. Ohne Wenn und Aber oder irgendwelche Diskussionen.»
Was aber passiert mit solchen Retouren – sie sind dann ja bereits gebraucht? Botzian winkt ab: «Meist kommt nach acht Tagen nur ein positives Feedback und der Wunsch, die Geräte behalten zu können. Unsere Anwender wissen recht genau, was sie benötigen. Und das Vertrauen, das wir in jeden Kunden setzen, wird entsprechend honoriert. Die Rückgabequote liegt bei weniger als einem Prozent.» Was für die Produkte spricht, aber auch für die Philosophie hinter der «Schweinebande» … Und all das haben die Mitarbeiter im Griff. Die Vorgänge rund um Bestellung und Versand sind optimiert, und jeder packt – zum Wohl der Anwender – überall mit an. Die Hierarchie im Unternehmen ist extrem flach, jeder übernimmt und lebt Verantwortung für seinen Bereich. Und auch die Geschäftsführer sind sich nicht zu schade und stehen beispielsweise zu Spitzenzeiten mit am Packtisch und helfen mit, dass alles rund läuft.
Modernste Technik unterstützt nicht nur in der Kommunikation mit den Anwendern – die Organisation ist auf dem aktuellsten Stand, Warenwirtschaft und andere Softwaresysteme sind auf Effektivität, Effizienz, aber auch auf Sicherheit getrimmt. Dazu kommt eine ausgeklügelte Logistik. Rund 95 Prozent aller Bestellungen sind ab Lager verfügbar und in der Regel innerhalb von 24 Stunden beim Anwender. Demnächst wird das gesamte Wissen der Experten in einer «piggyPedia» transparent zur Verfügung stehen und dabei helfen, Techniken, Verfahren und Abläufe weiter zu optimieren. In Summe sollen all diese Faktoren einen spürbaren Mehrwert für den Anwender ermöglichen.
Was aber, wenn es doch einmal irgendwo hakt? «Nun, Fehler passieren – sie sind da, damit wir daraus lernen können», erklärt Botzian. «Wer Missstände schnell erkennen und an der Wurzel packen will, darf allerdings keine Schuldzuweisung zulassen – das verhindert nämlich einen transparenten Umgang. Mit unserer offenen Fehlerkultur und einer 100-Prozent-Kontrolle haben wir es geschafft, unsere Effizienz zu steigern und die Reklamationsquote auf ein Minimum zu senken. Und wir bleiben dran. Damit fühlen wir uns alle sauwohl!»
Gelebte Nachhaltigkeit im Zeichen des Sparschweins
Die inzwischen 15 «Sparschweine» sind zudem überzeugte Mitglieder des VDWF. Unter anderem als Gastgeber einer «voll wild»-Tour ermöglichten sie den Teilnehmern einen exklusiven Einblick in ihr Unternehmen und in ihre Arbeitsweise. Eine Selbstverständlichkeit, dass man bei Botzian & Kirch konsequent auf Nachhaltigkeit setzt. Das gilt für die Bauweise des Firmensitzes ebenso wie für den Umgang mit Verpackungen – eingehende Kartons beispielsweise werden also stets wiederverwendet. Und der Verzicht auf bedruckte Klebebänder soll es Belieferten ebenfalls ermöglichen, Verpackungen leicht nochmals zu nutzen. «Schweine sind von Natur aus sehr kluge, sehr freundliche und sehr reinliche Tiere», resümiert Botzian nachdenklich. «Wir tragen Verantwortung für unser Tun, für unsere Mitmenschen, für unsere Umwelt. Wir versuchen deshalb auch, hier mit bestmöglichem Beispiel voranzugehen. Denn auch dafür stehen wir – und unser Sparschwein.» | Richard Pergler, Augsburg