«Marktspiegel Werkzeugbau»

 

Um die Markttransparenz im Werkzeug-, Formen- und Modellbau zu gewährleisten, wurde im Jahr 2017 die Initiative «Marktspiegel Werkzeugbau» ins Leben gerufen. Der praxisorientierte Unternehmensvergleich gibt nicht nur einen exakten Einblick in die Branche, sondern bietet den Verantwortlichen in den teilnehmenden Betrieben auch konkret umsetzbare Handlungsempfehlungen. Die Initiative ist genossenschaftlich organisiert. Im Aufsichtsrat sind der VDWF-Geschäftsführer Ralf Dürrwächter als Vorsitzender sowie Prof. Ludwig Gansauge (TH Deggendorf), René Haidlmair (Haidlmair), Werner Hauk (Hauk Modell- und Formenbau), Gerald Schug (Huissel) und Richard Pergler gewählt. VDWF-Präsident Prof. Dr. Thomas Seul steht gemeinsam mit dem Gutachter-Trio Benedikt Ruf (Gindumac), Claus Hornig (Claho) und Jens Lüdtke (Tebis Consulting) der Initiative vor.

 

Kennzahlen für unternehmerische Zukunftsfähigkeit

Im Marktspiegel Werkzeugbau werden die Teilnehmer für einen unabhängigen Marktspiegel auf ihre unternehmerische Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung analysiert, vermessen und miteinander verglichen. Hierbei steht die ganzheitliche Betrachtung des Unternehmens im Vordergrund. In diesem Zusammenhang werden vier übergeordnete Analysefelder gebildet:

  • Unternehmenskennzahlen
  • Produktion, Organisation, Prozesse
  • Marketing, Kommunikation, Vertrieb
  • Digitalisierung, Automation

Der Marktspiegel Werkzeugbau liefert somit Antworten zu grundlegenden Fragen der Unternehmensführer im Werkzeugbau. Zum Beispiel, wirtschaftet das Unternehmen profitabel und nachhaltig genug? Ist das Produktivitätslevel wettbewerbsfähig? Ist das Personal ausreichend qualifiziert und motiviert? Sind ein Leitbild und eine Strategie vorhanden? Werden Unternehmensprozesse und Projekte effizient organisiert? Wie hoch ist der Modernisierungsgrad in der Softwarelandschaft und im Maschinenpark? Wie professionell werden Marketing- und Vertriebsaktivitäten umgesetzt? Wie wettbewerbsfähig ist das Unternehmen in Automatisierung und Digitalisierung?

 

Vergleichbarkeit und Filterkriterien

Die Werkzeugbau-Unternehmen können sich gezielt nach Unternehmensgrößen, Zielmärkten und Produktbereichen vergleichen. Die Unternehmensgröße wird durch die Merkmale Bilanzsumme, Umsatzerlöse und Mitarbeiteranzahl bestimmt. In den Produktbereichen wird zwischen Werkzeugbau, Formenbau, Modellbau und Maschinenbau unterschieden. Die Zielmärkte teilen sich in Automotive, Consumer/Packaging, Electronics, Aerospace, Health/Pharma, Maschinenbau und Sonstiges auf. Sowohl interne als auch externe Werkzeugbau-Unternehmen können an der Initiative teilnehmen.

 

Indizes

Insgesamt wird für jeden Teilnehmer der sogenannte Zindex, der Zukunfts­index, gebildet. Auf dessen Basis kann sich das Unternehmen im Branchenvergleich einordnen. Den Analyseergebnissen werden pro Teilnehmer konkrete Handlungsempfehlungen zugewiesen, mit deren Umsetzung das Unternehmen sich messbar verbessern und weiterentwickeln kann.

Übergeordnet bildet der Marktspiegel Werkzeugbau, in der Summe und Gesamtbetrachtung aller erfassten Teilnehmerdaten, die Grundlage für den sogenannten Bindex, den Branchenindex, als Indikator für die aktuelle Zukunftsfähigkeit der Branche.

Ein direkter Nutzen für die Teilnehmer soll sich durch die kontinuierliche Datenerfassung und den praxisorientierten Branchenvergleich in folgenden Kernableitungen wiederfinden:

  • Markttransparenz und Vergleichbarkeit
  • Konkrete Handlungsempfehlungen
  • Erkennen von Branchen-Trends
  • Valide Grundlage für Zukunftsent­scheidungen
  • Stärkung der Branche

 

Datenschutz und Datensicherheit

Allergrößten Wert haben die Entwickler auf die Datensicherheit gelegt. Alle Daten werden unter dem Aspekt der höchstmöglichen Sicherheit verwaltet. Unterstützt wird dies durch modernste Technologien wie SaaS, die Zwei-Faktor-Authentifizierung sowie Pseudonymisierung der Teilnehmer durch einen unabhängigen Datentreuhänder. Die Gutachter können so ihre Tätigkeit nur in einem abgesicherten Datenraum vollziehen. Die Firmenzuordnung der IDs obliegt dem Datentreuhänder.

 

Individualreport

Teilnehmenden Unternehmen wird zur Analyse ein dezidierter Fragebogen zur Verfügung gestellt. Das Gutachterteam qualifiziert die Datenerhebung und erstellt für jedes Unternehmen einen Individualreport. Dieser zeigt den aktuellen Entwicklungsstand des Unternehmens im Branchenvergleich und gibt direkte Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des Ist-Zustands. Über den «Zindex» erhält das teilnehmende Unternehmen einen neuen Referenzwert zur Bewertung seiner Zukunftsfähigkeit und kann sich im Branchenvergleich gezielt einordnen. Der Individualreport unterstützt somit und dient gleichzeitig als Navigationshilfe für eine zukunftsfähige Unternehmensführung. Auf einen Blick lassen sich Handlungsfelder und Maßnahmen identifizieren, die schon kurzfristig in das Tagesgeschäft integriert werden können. Das Kennzahlen-Ampelsystem ermöglicht den Unternehmen, Handlungsfelder zu priorisieren, um sich in ihrer Umsetzungsplanung zielgerichtet zu fokussieren. Zusätzlich kann das Unternehmensergebnis mit den «Top 5»- und «Best 5 in Class»-Werten im Branchenvergleich betrachtet werden.

 

Genossenschaft

Der Marktspiegel Werkzeugbau liefert den Mehrwert über das Engagement seiner Teilnehmer und die Qualität der erhobenen Daten. Zur Weiterentwicklung und Etablierung der Initiative können sich die Teilnehmer aktiv als Genosse beteiligen. Die Organisation als Genossenschaft ist ein Garant dafür, dass die Daten in guten Händen sind, denn sie gehören nur den Unternehmen selbst.

Als Genossenschaftsmitglied erhalten Unternehmen den Individualreport zum Vorzugspreis von 1190,– Euro (zzgl. MwSt.). Für Nichtmitglieder kostet die Teilnahme 2500,– Euro (zzgl. MwSt.).

Unternehmen können sich über die Zeichnung von mindestens einem Genossenschaftsanteil der Genossenschaft anschließen. Schon ab 1000,– Euro können Unternehmer zum «Zukunftsmacher» der Branche werden.