Dr.-Richard-Escales-Preis: Hanser Verlag und VDWF zeichnen Professor Andreas Gebhardt aus

Auszeichnung für Fachautor zur additiven Fertigung 

Am 16. Oktober 2019, dem ersten Messeabend der K in Düsseldorf, hat der Carl Hanser Verlag nun bereits zum achten Mal den Dr.-Richard-Escales-Preis verliehen. Für «besondere Leistungen in der Vermittlung technischen Fachwissens» – wie es in der Urkunde heißt – erhielt Professor Andreas Gebhardt den Dr.-Richard-Escales-Preis 2019. «Mir ist es ein Anliegen, Dinge zu systematisieren», kommentierte der Preisträger seine frühe und nachhaltige publizistische Tätigkeit zur addi­tiven Fertigung. Sein Grundlagenwerk «Additive Fertigungsverfahren» ist bereits 1995 in der ersten Auflage erschienen, sein jüngstes Buch «Produktgestaltung für die Additive Fertigung» wurde rechtzeitig zur K fertig – dazwischen lagen zahlreiche weitere Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen in Deutsch und Englisch.

Gebhardt studierte Maschinenbau an der RWTH Aachen und kam dort Anfang der 1990er-Jahre als Geschäftsführer des Laser Bearbeitungs- und Beratungs­zentrums NRW in Kontakt mit dem Rapid Prototyping, das anfangs ein wichtiger Treiber für den Einsatz der erst wenige Jahre zuvor entwickelten Maschinen für additive Fertigung war. Im Jahr 2000 wurde er als Professor für «Hochleistungsverfahren der Fertigungstechnik und Rapid Prototyping» an die Fachhochschule Aachen berufen, der er nach seiner Emeritierung im August 2019 als Lehrbeauftragter treu bleibt. Daneben ist er aktiv als Geschäftsführer des Centrums für Prototypenbau in Erkelenz, und des Instituts für werkzeuglose Fertigung (IWF) in Aachen.

Neu bei der Vergabe des Preises war dieses Mal der Call-for-Candidates im Frühjahr 2019. Der Aufruf erbrachte zahlreiche Nennungen potenzieller Preis­träger, aus denen die Jury den Gewinner der Auszeichnung kürte. Die festliche Verleihung des Dr.-Richard-Escales-Preises wurde in diesem Jahr wieder gemeinschaftlich vom Hanser Verlag und dem VDWF ausgerichtet. Hanser-Geschäftsführer Wolfgang Beisler und VDWF-Präsident Prof. Thomas Seul konnten zur Preisverleihung über 100 Gäste aus der Kunststoff- und Werkzeugmacherbranche willkommen heißen. 


Eine neue Trophäe

Die entscheidende Rolle spielte der 3D-Druck diesmal auch bei der neu entworfenen Siegestrophäe für den Dr.-Richard-Escales-Preis. Bereits Anfang 2019 gab der Carl Hanser Verlag der italienischen Künstlerin Lady Be den Auftrag für ein Mosaik, das den Namensgeber des Preises darstellt. Die Besonderheit des nach einer über 100 Jahre alten Schwarzweißzeichnung erstellten farbigen Werks: Alle «Mosaiksteinchen», aus denen das Porträt sich zusammensetzt, bestehen aus Kunststoff – teilweise auch aus Spielzeugfiguren, die man aber erst bei näherer Betrachtung erkennen kann. Das 30 × 30 cm große Wandbild soll künftig als neue und unverwechselbare Vorlage für die in additiver Fertigung verkleinert reproduzieren Trophäen werden. 

Die Umsetzung des Plans für die diesjährige Preisverleihung – der aufgrund der lackierten und äußerst zerklüfteten Mosaikoberfläche schon beim Scannen zahlreiche Herausforderungen aufwies – trieb zunächst Antonius Köster aus Meschede voran. Gedruckt wurde die 15 × 15 cm große Replika schließlich auf einem J750 von Stratasys, mit dem farbige Photopolymere per UV-Licht aushärtet werden können und so der Original-Farbeindruck erzeugt werden kann. 


Die Auszeichnung

Der Dr.-Richard-Escales-Preis wird alle drei Jahre für besondere Leistungen in der Vermittlung kunststofftechnischen Fachwissens vergeben wird. Der Namensgeber Richard Escales lebte von 1863 bis 1924, war anwendungsorientierter Chemiker und Autor mehrerer wegweisender chemietechnischer Publikationen. Wegweisend und letztendlich auch bestimmend für den deutschen Sprachgebrauch war seine Wortschöpfung für den Titel der von ihm 1910 gegründeten Zeitschrift: «Kunststoffe».

Die Preisträger vor Prof. Andreas Gebhardt waren Dr. Erwin Bürkle (1998), Prof. Dr. Tim Osswald (2001), Dr. Erwin Baur (2004), Prof. Dr. Christian Bonten (2007), Prof. Dr. Georg Steinbichler (2010), Prof. Dr. Erich Wintermantel (2013) und Prof. Dr. Sonja Pongratz (2016). 
 

Das Video der Preisverleihung sowie das Interview von Thomas Seul mit Andreas Gebhardt finden Sie ebenfalls auf unserer YouTube-Seite:

VDWF - YouTube

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